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Energie

Strahlenexperte Bernhard Fischer

Trotz Vorkehrungen bleiben Gefahrenquellen

Vortrag vom 05.11.2010:

Strahlenexperte Bernhard Fischer referierte über  die Kernenergie

Von Ulrike Hauke

Pfaffenhofen Strahlenexperte Bernhard Fischer vom Bundesamt für Strahlenschutz aus Salzgitter referierte am Mittwochabend im Gasthof Straub in Pfaffenhofen über sein Fachgebiet. Als Leiter des Bereichs „Sicherheit in der Kerntechnik“ kam der Experte während seines Vortrags auch ziemlich bald auf das Kernkraftwerk (KKW) Gundremmingen zu sprechen. Fischer betonte zu Beginn, er nehme für sich als Fachmann in Anspruch, nur über die technische Seite des KKWs zu sprechen.

Es folgte eine detaillierte Erklärung, wie das KKW Gundremmingen mit seinen „Siedewasserreaktoren 72“ arbeitet, welche Schutzvorkehrungen getroffen wurden und welche Maßnahmen in einem Notfall greifen werden. Er beschrieb die Maßnahmen, die in Gundremmingen vorherrschen, sollte irgendwann ein Szenario wie in New York am 11. September 2001 passieren. Grundsätzlich sei dieses KKW gegen einen Flugzeugabsturz gewappnet, weil die äußere Hülle mit einer Dicke von 1,8 Metern aus Stahlbeton gebaut wurde und im Inneren noch einmal eine Hülle mit einer Dicke von 1,2 Metern Spannbeton den Reaktor schützen würden. Trotz aller Vorkehrungen seien aber auch Gefahrenquellen vorhanden. Als ein Beispiel dazu nannte Fischer die Kondensationsrohre im Reaktor selbst: „Diese könnten abreißen, was eine Schwachstelle in allen Siedewasserreaktoren Deutschlands ist.“ Beruhigend meinte Fischer, dass Gundremmingen so strukturiert sei, dass in neun von zehn Störfällen eine Kernschmelze verhindert beziehungsweise begrenzt werden könne.

Fischer erklärte ferner, dass im Laufe der vielen Jahre, seitdem in Deutschland Kernkraftwerke betrieben werden, insbesondere bei neueren viele Verbesserungen getroffen wurden, um kerntechnischen Unfällen vorzubeugen. Der Fachmann gab dabei auch unumwunden zu, dass deshalb diverse ältere Anlagen, zum Beispiel Biblis, nicht mit diesen technischen Neuerungen ausgestattet seien. Fischer ging auch auf die vermehrten Krebserkrankungen bei Kindern in der Nähe von Kernkraftwerken. „Wir verstehen die Ursachen nicht, sie sind mit den Emissionen aus den Kernkraftwerken einfach nicht erklärbar.“

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Presseartikel

Die Kernenergie und ihre Sicherheit

Von Ulrike Hauke

Pfaffenhofen Im voll besetzten Saal des Gasthofes Straub in Pfaffenhofen sprach und diskutierte, auf Einladung der Landtagsfraktion der Freien Wähler, der Physiker und Leiter des Fachbereichs „Sicherheit in der Kerntechnik“ vom Bundesamt für Strahlenschutz, Bernhard Fischer, über das Kernkraftwerk (KKW) Gundremmingen. Ihm hörten neben vielen interessierten Bürgerinnen und Bürgern auch Landrat Leo Schrell, Buttenwiesens Bürgermeister Norbert Beutmüller, die Landtagsabgeordneten der Freien Wähler, Ulrike Müller und Leopold Herz sowie der Referent für Umwelt und Energie der Freien Wähler Landtagsfraktion, Gottfried Obermair zu. Auch Christine Kamm (MdL, Bündnis 90/Grüne) und ihr Mann, Raimund Kamm (Vorsitzender des „Forums - Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V.“) waren unter den Zuhörern. Mitglieder der Jungen Freien Wähler sowie einige Bürgermeister und Gemeinderäte aus der Region gehörten ebenfalls zu den Besuchern der Veranstaltung, die von Herz eröffnet wurde.

„Über regenerative Energiequellen zu sprechen ist aktuell wichtiger denn je“, sagte Herz und spielte damit auf den derzeit abgeschalteten Block B des KKWs Gundremmingen an. Als Grund werden undichte Brennelemente vermutet, diese Annahme bestätigte der Strahlenexperte Fischer während der Diskussion. Die Freien Wähler hätten sich dem ehrgeizigen Ziel verschrieben, bis 2030 die Rahmenbedingungen für 100 Prozent erneuerbare Energien zu schaffen.

Endlager und die Konsequenzen

Mit diesen Worten stimmte Ulrike Müller die Zuhörer ein. Als Bürgermeister der Gemeinde Buttenwiesen und Mitglied der Freien Wähler erinnerte Norbert Beutmüller daran, „…dass in dieser Gegend bereits vor über 20 Jahren erkannt wurde, dass die Atomkraft keine Zukunftstechnologie ist.“ Landrat Leo Schrell, ebenfalls Mitglied der Freien Wähler, meinte zum Thema Atomkraft, dass bis heute die Frage nach dem Endlager nicht geklärt ist, die Konsequenzen daraus seien nicht absehbar. Leopold Herz betonte noch, man wolle grundsätzlich einen gesamteuropäischen Ansatz. „Wir brauchen einen Energiemix und wir müssen die Bürger dabei mitnehmen.“

www.wertinger-zeitung.de vom 05.11.2010

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„Regionale Energieoffensive“ der Freien Wähler – Atomkraft versus erneuerbare Energien

Pfaffenhofen (pm)

Die Landtagsfraktion der Freien Wähler hat Ende August eindeutig Stellung gegen die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke bezogen und eine flächendeckende „Regionale Energieoffensive“ in ganz Bayern angekündigt. Am kommenden Mittwoch, 3. November 2010, startet nun diese Initiative um 19.30 Uhr im Gasthaus Straub in Pfaffenhofen.

 

Die Landtagsfraktion der Freien Wähler konnte in Zusammenarbeit mit dem Ortsverband Buttenwiesen mit Dr. Bernhard Fischer vom Bundesamt für Strahlenschutz einen exzellenten Fachmann und Gesprächspartner gewinnen, der auf das generelle Thema „Wie sicher sind Atomkraftwerke?“ und im speziellen auf die Situation im nahen Gundremmingen eingehen wird. Fragen zu Sicherheitsbestimmungen in Atomkraftwerken, zum Ausstieg aus der atomaren und zur Stärkung fossiler Energiegewinnung und zu politischen bzw. wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stehen dabei im Mittelpunkt.

 

Die energiepolitische Position der Freien Wähler in Bayern werden die Landtagsabgeord-neten Ulrike Müller und Dr. Leopold Herz vertreten. Die anschließende Diskussion leitet Gottfried Obermair, Referent für Umwelt und Energie der Freien Wähler im Bayerischen Landtag.

 

Bürgermeister Norbert Beutmüller, ein Vorreiter für die Stromerzeugung aus regenerativen Energien im unteren Zusamtal, freut sich über das exzellente Angebot aktuelle Informationen über energiepolitische Entscheidungen und ihre Auswirkungen auf den Verbraucher aus erster Hand zu erhalten. „Die Initiative der Freien Wähler trifft den Nerv der Bürger“, meint er und erwartet einen vollen Saal im Gasthaus Straub in Pfaffenhofen, denn umweltfreundliche Energiegewinnung und –versorgung wird immer stärker zur existentiellen Zukunftsfrage der jetzigen und nachfolgenden Generation.

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